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Berlin nicht weit hinter Paris: Hier tummeln sich Bettwanzen besonders gern

Berlin zieht jährlich zahlreiche Touristen an – und damit auch reichlich Bettwanzen. Die kleinen Viecher lauern an den verschiedensten Orten.

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u00a9 Imago / Emmanuele Contini; Privat

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Berlin hat nicht nur in Sachen Erlebnisse einiges zu bieten, sondern auch jede Menge Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor oder den Fernsehturm – das wollen sich offenbar auch einige Bettwanzen nicht entgehen lassen. Die nervigen Krabbeltierchen tummeln sich nämlich längst nicht mehr nur in Paris.

Neben der französischen Hauptstadt und der britischen Metropole London spielt auch Berlin im Ranking oben mit. Und an einigen Orten von Charlottenburg bis Köpenick fühlen sich die Bettwanzen besonders wohl…

Berlin spielt im Bettwanzen-Ranking oben mit

„Vor Corona war der Bettwanzen-Befall in Berlin schon relativ heftig. Aber nach dem Lockdown ist er erneut am ansteigen“, versicherte Martin Sander, Geschäftsführer des auf Bettwanzen spezialisierten Unternehmens Thermokill, gegenüber BERLIN LIVE. Dabei hat das Problem keinesfalls mit mangelnder Hygiene zu tun: Die Lästerlinge können nämlich überall lauern – ganz egal ob geputztes Zuhause oder verdreckte Bude.

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Martin Sander hat sich mit seinem Unternehmen „Thermokill“ auf die Beseitigung von Bettwanzen spezialisiert. Credit: BERLIN LIVE / Wengert

Wie der Experte schilderte, seien aber besonders Reisende oder Personen, die sich gerne gebrauchte Gegenstände in die Wohnung holen, von den Tierchen befallen. „Wir hatten im Sommer Wartezeiten von bis zu neun Wochen“, erinnerte sich der Bettwanzen-Profi im Gespräch zurück. Wo sich die lästigen Insekten am liebsten aufhalten? Natürlich im Bett oder im Polster der Couchgarnitur – immerhin treffen sie dort mit großer Wahrscheinlichkeit über längere Zeit einen „Wirt“ an, bei dem sie Blut saugen können.

Berliner Hotels haben jährlich Bettwanzen zu Gast

Doch nicht nur im eigenen Zuhause können sich die Viecher einnisten. „In Hotels ist es meistens so, dass man ein bis zweimal im Jahr einen Befall hat“, stellte Sander klar. Der Geschäftsmann führte in der Vergangenheit selbst ein Hostel in Berlin und kennt die Problematik daher aus erster Hand: „Bettwanzen sind meistens im Bettgestell. Oder in den Kopfteilen, da ist es schön dunkel und trocken.“ In der Regel wird der Befall dann zuerst von den Gästen festgestellt, die am nächsten Morgen die Bisse der Wanzen an ihrem Körper bemerken.

Das Hotel hat in diesem Fall aber nicht schlecht gearbeitet oder gar Mängel aufzuweisen. „Die können nichts dafür, das haben die Gäste ja selbst eingeschleppt“, erläuterte der Bettwanzen-Experte. Wird der Befall sofort gemeldet, ist die Sache aber auch schnell wieder erledigt. Dann könnte es nur noch für die beauftragte Person knifflig werden, wie Sander betonte: „Hotels sind optisch schön gemacht, aber für Schädlingsbekämpfer eine Vollkatastrophe.“ Denn werden die Bettwanzen erstmal aufgescheucht, können sie schnell durch die Leichtbauwände der Hotels ins Nachbarzimmer flüchten.

Berlin: Bettwanzen lauern auch in Bus und Bahn

2018 hatten Sander und sein Team hingegen einen äußerst skurrilen Fall: „Da hatten wir Behandlungen in Gebäuden, die alle an verschiedenen Busstationen in Berlin lagen. Da haben die Bettwanzen im Bus gesessen und die Leute haben sie dann nach Hause geschleppt.“ Doch auch nach dieser Story gilt: „Es besteht kein Grund, dass jetzt jeder Pendler hysterisch wird!“ Oft werde das Problem in den Medien auch zu übertrieben dargestellt.


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In Berlin müsse man durch die Größe der Stadt und den Besuch der zahlreichen Touristen ohnehin immer mit Bettwanzen rechnen. „Wir werden beim Ranking immer oben mitspielen“, mutmaßte Sander. Und eine weitere Sache steht fest: „Man wird Bettwanzen nicht ohne professionelle Hilfe los!“ Umso schneller man seine Scham also überwindet und das Problem meldet, desto schneller ist es auch wieder aus der Welt geräumt.