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Berlin: Wird jetzt am Essen für Schüler gespart? Verband spricht Klartext!

In Berlin gibt es bislang für alle Schulkinder ein kostenloses Essen. Nun wird überlegt an den Kosten für das Schulessen Einsparungen vorzunehmen.

Berlin
u00a9 imago/photothek

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

In der Hauptstadt leben laut der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie über 150.000 Kinder in sozial schwierigen Verhältnissen. Das sind beinahe ein Viertel aller Berliner Kinder unter 18 Jahren.

Angesichts dieser traurigen Statistik ist es durchaus überraschend, dass die Berliner CDU laut einem Medienbericht überlegt beim Essen für Schulkinder zu sparen. Auf eine Anfrage von BERLIN LIVE bei „Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.“ zeigte sich eine Projektleiterin von „MitWirkung – Perspektiven für Familien“ überrascht, dass dies in Erwägung gezogen wird.

„Kinder und Jugendliche brauchen Energie, um sich gut entwickeln“

„Kinder und Jugendliche brauchen Energie, um sich gut zu entwickeln und lernen zu können. Dazu gehört eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Essen in den Einrichtungen von Kitas und Schulen“, so Andrea Möllmann-Bardak zu BERLIN LIVE. „Es sollte Standard sein, dass Kinder und Jugendliche in Kitas, Grundschulen und Oberschulen mit einem Mittagessen oder auch einem Frühstück für einen guten Start in den Tag versorgt werden“.

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Für die Projektleiterin für Systemische Prozessbegleitung/Organisationsentwicklung (SG) bei „Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.“ bildet eine gesunde Ernährung die „Grundlage für Lernen, friedliches Miteinander und sozialen Zusammenhalt“. „Kinder und Jugendliche brauchen gutes und gesundes Essen in Kitas und Schulen. Sie verbringen schließlich den ganzen Tag dort“, so Möllmann-Bardak.

Eine Überprüfung des elterlichen Einkommens in Berlin

Für Andrea Möllmann-Bardak sei es zudem fraglich, ob sich durch eine eventuelle Überprüfung des elterlichen Einkommens in Berlin eine finanzielle Einsparungen ergibt. Im Zweifel könnte der bürokratische Aufwand, der damit verbunden sei, sogar teurer sein, als die bisherige Lösung.


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„Auch würde es gegebenenfalls zu weiteren Stigmatisierungen von Kindern und Jugendlichen führen. Zu beobachten war und ist dies zum Beispiel an Grund- und Oberschulen“. Die Akzeptanz der Mahlzeiten könnte dadurch sogar sinken, so Andrea Möllmann-Bardak. „Aus rein fachlicher Sicht also ein Vorstoß, der höchstwahrscheinlich mehr negative Konsequenzen hätte als positive“.