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Miete in Berlin: Familie muss Wohnung räumen – „Schickt uns in die Obdachlosigkeit“

Eine Familie aus Lichtenberg muss aus ihrer Wohnung. Zu dieser Entscheidung ist das Bezirksamt gekommen. Die Mieter in Berlin sind geschockt.

Miete in Berlin
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Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Die aktuelle Wohnungssituation in der Hauptstadt ist katastrophal. Tausende Mieter in Berlin sind auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe. Vergeblich. Es werden zu wenige neue Häuser gebaut, um die Nachfrage abzudecken.

Wenn die Mieter dann selbst Hand anlegen, gibt es gewaltige Probleme. Das ist jetzt einem Paar aus Berlin-Lichtenberg passiert. Der Bezirk soll die Familie jetzt aus ihrem Haus werfen wollen. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Wie ist es dazu gekommen?

Miete in Berlin: Familie wird obdachlos

Eine dreiköpfige Familie soll ihr Haus in der Garten- und Siedlungsanlage Falkenhöhe in Lichtenberg räumen. Die 34-Jährige und der 31-Jährige können die Entscheidung des Bezirksamts Berlin-Lichtenberg nicht nachvollziehen. In der Anlage gebe es laut „B.Z.“ insgesamt 400 Grundstücke, von denen 70 dauerhaft bewohnt werden.


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Die Familie pachtete zwar eine Parzelle mit kleiner Laube vom Bezirk, dauerhaft einziehen durften sie aber nicht. Zusätzlich bauten sie ein Kinderzimmer für ihren dreijährigen Sohn an.

DAS sind die Gründe für die Kündigung

All das sei nicht legal. Das Bezirksamt forderte die Familie aus, den Anbau abzureißen und die Adresse ihrer Hauptwohnung nachzuweisen. Das junge Paar verlor den Rechtsstreit und bekam die Kündigung. Bis zum 29. Februar müssen sie die Wohnung räumen. Sie sind entsetzt.

„Offenbar hat uns ein Nachbar beim Bezirksamt verpetzt“, vermutet die 34-Jährige. Die Baustadträtin Camilla Schuler (Linke) ließe nicht mit sich reden. „Sie schickt uns in die Obdachlosigkeit“, erklärt das Ehepaar.


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Auf die Schnelle eine bezahlbare Wohnung für eine dreiköpfige Familie zu finden, sein ein Ding der Unmöglichkeit. „Ich habe das Internet nach Wohnungen durchforstet, bin aber bei den Mieten hintenübergefallen. Das können wir uns nicht leisten“, gibt die Mutter zu. Einen Wohnberechtigungsschein besitzen sie nicht.

Sollten sie auf eine Klage verzichten, würde das Bezirksamt die Räumungsfrist um vier Monate verlängern. Das sei ihr einziges Angebot.