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Berlin: Tauben-Killer wieder erwischt – Tierschützer fordern Konsequenzen

Im vergangenen Herbst machte ein Tauben-Killer in Berlin Schlagzeilen. Nach ruhigeren Monaten wurde er nun wieder erwischt.

Berlin
u00a9 dpa/Paul Zinken, privat

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Diese Nachricht schockierte im Herbst viele Berlinerinnen und Berliner. Ein Mann trieb sich in Kreuzberg und Neukölln herum und war offenbar auf der Jagd nach Tauben. Er fing sie, rupfte sie, tötete sie mit einem Messer und verspeiste sie.

Nachdem mehrere Medien – darunter auch BERLIN LIVE – über den Fall berichteten, wurde es ruhig um den Mann. Er schien sich zurückgezogen zu haben. Doch nun wurde er wieder auf frischer Tat ertappt.

Berlin: Tauben-Killer wieder unterwegs

Im vergangenen Herbst schlug der Fall große Wellen. Mehrfach war der namentlich bekannte Mann der Polizei angezeigt worden, doch die Staatsanwaltschaft verfolgte die Fälle nicht. Bei einer Anzeige aus dem April 2023 sah sie keinen Anfangsverdacht, erklärte sie gegenüber BERLIN LIVE. Die Anzeigen aus den Monaten August und September seien nicht weiter verfolgt worden, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Mann als schuldunfähig eingestuft werde.

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Nachdem sich bereits vor einigen Wochen eine Leserin bei unserer Redaktion meldete und vermutete, dass der Tauben-Killer auch in ihrem Hinterhof in Tempelhof zugeschlagen habe, herrscht nun traurige Gewissheit. Der Tauben-Killer wurde wieder gesehen.

Am Dienstag (4. Juni) wurde er auf der Kiefholzbrücke in Baumschulenweg (Bezirk Treptow-Köpenick) dabei beobachtet, wie er versucht haben soll, Tauben zu fangen. Nachdem Passanten ihn davon abhalten wollten, soll er ihnen gegenüber sehr aggressiv geworden sein. Dann flüchtete er mit dem Fahrrad. Der Fall wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Brandbrief an die Berliner Politik

Die Aktion Fair Play, die sich bereits seit längerem mit dem Berliner Tauben-Killer beschäftigt, schrieb nun einen Brandbrief an Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Innensenatorin Iris Spranger (SPD), Polizei, Staatsanwaltschaft und alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Fraktionen.

Darin fragt die Tierschutz-Initiative, was die Behörden nach den Anzeigen aus dem vergangenen Jahr unternommen hätten, um den Mann aufzuhalten. „Es kann doch nicht sein, dass ein Mann mit einem Messer bewaffnet durch Berlin zieht und Tiere tötet“, heißt es in dem Schreiben, dass auch BERLIN LIVE vorliegt.


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Im vergangenen Jahr hätte der Tauben-Killer demnach auch gedroht, sein Messer gegen einen Menschen einzusetzen. Die Tierschützer befürchten, dass das erneut passieren könnte. Sie rufen Behörden und Senat zum Handeln auf. Ob der neuerliche Fall nun juristische Konsequenzen nach sich ziehen wird, ist ungewiss.