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Clans in Berlin: Wende im Bushido-Prozess – Arafat winkt verkürzte Haft

Nachdem die Staatsanwaltschaft im Bushido-Prozess bereits ihr Plädoyer hielt, kam es nun kurz vor dem Urteil zu einer unerwarteten Wende.

© IMAGO/Olaf Wagner

Clans in Berlin: Diese Großfamilien halten die Polizei auf Trab

Der Prozess zwischen Rapper Bushido und seinem einstigen Kumpel und Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker neigt sich allmählich dem Ende. Nach mittlerweile über einhundert Verhandlungstagen und der Anhörung von rund 60 Zeugen – darunter auch namhafte Rapper der Szene – ist man vor dem Berliner Landgericht inzwischen bei den Plädoyers angekommen.

In ihrem Schlussvortrag stellte Staatsanwältin Petra Leister bereits klare Forderungen: Während sie für Arafat Abou-Chaker vier Jahre und vier Monate Haft vorsah, sollen auch seine drei ebenfalls mitangeklagten Brüder hinter Gittern landen. Kurz vor der Urteilsverkündung gab es nun aber noch eine Wende.

Clans in Berlin: Bushido-Prozess kurz vor dem Urteil

Am Freitag (26. Januar) teilte Arafats Anwalt Hansgeorg Birkhoff vor dem Berliner Landgericht mit, dass sein Mandant – zumindest bei der Staatskasse – nun in gewisser Weise schuldenfrei sei: Seine Restgeldstrafe von 3430,61 Euro sei beglichen worden. Diese Summe habe sich bei einem Prozess im Jahr 2020 ergeben.

Arafat war damals wegen Körperverletzung und Bedrohung zu 90 Tagessätzen mit 165 Euro verurteilt worden. Diese Forderung wurde nun also endgültig beglichen. Darüber scheint sich auch Staatsanwältin Leister gefreut zu haben.

Arafat beeindruckt durch Zahlung auch die Staatsanwaltschaft

Sie kürzte nach der Bestätigung der Zahlung kurzerhand das Strafmaß für Arafat Abou-Chaker. Ob sich das Clan-Mitglied an dieser Stelle nicht etwas mehr erhofft hat? Statt der ursprünglichen Gefängnisstrafe fordert die Staatsanwaltschaft jetzt „nur noch“ vier Jahre, drei Monate und eine Woche Haft – das sind gerade mal drei Wochen weniger als zuvor.


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Arafats Verteidigung hingegen sehe gar keine Haft vor. So forderte der Anwalt das Clan-Mitglied vom Vorwurf der versuchten schweren Erpressung, Freiheitsberaubung, Nötigung sowie gefährlichen Körperverletzung und schweren Untreue freizusprechen. Außerdem verlange er für seinen Mandanten eine Entschädigung dafür, dass der gebürtige Berliner zu Unrecht im Januar 2019 in Untersuchungshaft gesessen habe.

Clans in Berlin: Bushido blickt Urteil gelassen entgegen

Für welches Strafmaß sich das Gericht letztendlich entscheiden wird, bleibt allerdings abzuwarten. Während Arafat offenbar mittlerweile nur noch auf ein schnelles Ende des jahrelangen Prozesses hofft, blickt Bushido dem Urteil hingegen ganz gelassen entgegen. Lange wird es auch nicht mehr dauern: Am 5. Februar 2024 soll voraussichtlich das Urteil verkündet werden.