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Görlitzer Park: Zaun-Zoff geht weiter – „noch keine Verständigung“

Die Pläne des Senats, einen Zaun um den Görlitzer Park zu bauen, sorgen weiterhin für Ärger und viel Kritik.

© imago images/Jürgen Held

Brennpunkt für Drogen und Delikte: das ist der Görlitzer Park in Berlin

Der Görlitzer Park ist eine beliebte Grünanlage im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Neben Liegewiesen bietet der Park auch zahlreiche Sport- und Spielplätze. Der Görlitzer Park sorgt aber auch immer wieder für Negativschlagzeilen. Die Grünanlage gilt seit Jahren als Brennpunkt von Drogenkriminalität, Diebstahl, Bedrohungen und weiteren Delikten.

Der Görlitzer Park in Kreuzberg gehört zu den Brennpunkten in der Hauptstadt. Regelmäßig ereignen sich dort Straftaten, insbesondere im Zusammenhang mit Drogengeschäften.

Damit soll Schluss sein, findet der schwarz-rote Senat und so wurden bei einem Sicherheitsgipfel in Berlin im September Pläne beschlossen, um die Situation vor Ort zu verbessern. Neben Videoüberwachung soll unter anderem ein Zaun kommen. Und vor allem letzteres trifft auf heftige Kritik.

Görlitzer Park: SIE halten nichts von einem Zaun

Bereits im August hatte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) erklärt, den Görlitzer Park zu einem Musterpark umgestalten zu wollen. Und schlug dafür einen Zaun vor. Ein Vorschlag, der auch Thema beim Berliner Sicherheitsgipfel am 8. September war und schließlich beschlossen wurde. Ebenfalls einigten sich die Teilnehmenden rund um Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf eine nächtliche Schließung des Parks und mehr Beleuchtung.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) hält von einem Zaun, sowie einer nächtlichen Schließung des Parks nichts und auch zahlreiche Anwohner laufen Sturm. Sie befürchten, dass sich die Probleme rund um Drogenkonsum, Obdachlosigkeit und Kriminalität dann in die Umgebung verlagern. Es besteht also Gesprächsbedarf.

Zaun-Zoff geht weiter: Wegner gibt Update

Doch am Donnerstag (30. November) räumte Wegner im Abgeordnetenhaus ein, dass es bei den Gesprächen rund um den Zaun um den Görli nicht weitergeht. „Da gibt es mit dem Bezirk noch keine Verständigung. Das muss ich ausdrücklich sagen“, erklärte der CDU-Politiker. Es gehe ihm um die Befriedung des Brennpunktes. Sobald die Lage befriedet sei, sei er offen für jede Diskussion, wie sich das anders gestalten lasse, so Berlins Regierender Bürgermeister.

Wenn es nach ihm geht, soll der Zaun noch in diesem Jahr kommen. „Mein Ziel ist, dass der Zaun so schnell wie möglich aufgestellt wird und spätestens Anfang nächsten Jahres steht“, sagt Kai Wegner Ende September. Noch sieht es aber nicht danach aus, die Auffassungen sind unterschiedlich.


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Am Dienstag bezeichnete Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) die Pläne zu dem Zaun als Symbolpolitik auf Kosten der Anwohnerinnen und -anwohner.

Das letzte Wort scheint also noch nicht gesprochen zu sein. (mit dpa)