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Flughafen BER bald besser angebunden? Dieser Plan liegt in der Schublade

Passagiere haben bereits verschiedene Möglichkeiten, um zum Flughafen BER zu kommen. Eine weitere könnte in Zukunft hinzu kommen.

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© IMAGO/Christian Offenberg

Flughafen BER: Das ist Berlins Chaos-Airport

Die Bauphase des Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist mit dem Wort zäh noch sehr nett beschrieben. Schon in den 1990ern begann die Planungsphase, am 5. September 2006 erfolgte dann der erste Spatenstich in Schönefeld, im Süden Berlins.

Es dauerte unglaubliche 14 Jahre bis der Hauptstadtflughafen BER schließlich eröffnete. Berühmtheit erlangte der Flughafen wegen der schier endlosen Bauzeit und allerhand Pannen. Statt im Sommer 2012 eröffnete er schließlich erst am 31. Oktober 2020. Seither nutzen zu Spitzenzeiten über zwei Millionen Passagiere den Flughafen monatlich.

Und irgendwie müssen diese auch zum Flughafen hin- und von dort wieder wegkommen. Für die Anreise per Auto stehen in direkter Nähe über 10.000 Parkplätze zur Verfügung. Erreichbar ist der Flughafen „Willy Brandt“ außerdem über einen eigenen Bahnhof mit S-Bahnen. Zudem fahren auch Busse – und Taxis gibt es wie an jedem anderen Flughafen auch. Doch der BER könnte bald noch besser angebunden sein. Dazu liegt ein Plan in der Schublade, der schon lange diskutiert wird.

Planungen zum Ausbau der U7 gehen voran

Konkret geht es um den Ausbau der U-Bahn Linie U7. Das eine Verlängerung dieser in verschiedenen Varianten realisierbar ist, zu diesem Ergebnis kam eine Machbarkeitsuntersuchung im Jahr 2020.

Von der derzeitigen Endstation der U7 in Rudow bis zum Terminal 1+2 des Flughafens sind es etwa 8,5 Kilometer, berichtet die „Berliner Morgenpost„. Bei einem Ausbau könnten bis zu acht neue U-Bahn-Stationen entstehen. Und das Vorhaben geht voran, denn kürzlich hat die Berliner Senatsverkehrsverwaltung die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu dem Projekt ausgeschrieben. Hierbei sollen sowohl Investitionskosten als auch Nutzen bestimmt werden.


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Da der BER allerdings in Brandenburg liegt und ein Teil der U-Bahn Strecke noch in Berlin, ist der Ausbau besonders komplex. Vor allem, was die Finanzierung betrifft. Zur Finanzierung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung konnte bereits eine Lösung gefunden werden. Verschiedene Parteien beteiligen sich an den Kosten, so unter anderem die Gemeinde Schönefeld, das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg und die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Die Projektleitung wird von der Berliner Senatsverkehrsverwaltung übernommen.

Vorteile des Ausbaus der U7

Bei einer Umsetzung wäre es ein teures Projekt. Schätzungen zufolge könnten sich die Kosten auf bis zu 890 Millionen Euro belaufen. Entsprechend wird das Vorhaben auch vielfach kritisiert. In der Politik hingegen zeigt man sich überzeugt vom Ausbau der U-Bahn-Linie U7 zum BER. So auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, die der „Berliner Morgenpost“ erklärte, bei dem Vorhaben ginge es nicht nur um eine Anbindung an den Flughafen. Zusätzlich sprach sie von „Gewerbeansiedlungen in Größenordnungen, tausende neu entstehende Arbeitsplätze, gute Anbindung von Wohnraum und ein Wirtschaftswachstum, das der ganzen Metropolregion Berlin-Brandenburg zugute kommt“.

Durch den Ausbau der U7 könnten Siedlungsgebiete im südlichen Bereich des Ortsteils Rudow noch besser angebunden werden und um den Airport herum Entwicklungsgebiete erschlossen werden, so zumindest die Vorteile laut Ausschreibung. Außerdem wird damit gerechnet, dass durch die Anbindung an die U7 die Einwohnerzahl der Gemeinde Schönefeld von rund 20.000 auf 30.000 2030 steigen könnte. Und bis zum Jahr 2035 55.000 bis 65.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.


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Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist nur ein Schritt, auf dem noch langen Weg zur Verlängerung der U7. Doch die dabei erzielten Ergebnisse stellen eine wesentliche Voraussetzung dafür dar, die Zustimmung des Berliner Senats und der zuständigen Stellen im Land Brandenburg zu erhalten, um anschließend die Planungen zum Ausbau der U7 Richtung BER weiter zu vertiefen.

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