Veröffentlicht inVerkehr

Bahn in Berlin: Regionalexpress sperrt Fahrräder aus – wird das zum Dauerzustand?

Am Freitagmorgen war ein Regionalexpress so voll, dass weitere Fahrgäste und Fahrräder ausgesperrt wurden. Wird das zum neuen Dauerzustand?

imago0243228492h
© IMAGO/Schöning

Bahn-Mitarbeiter werden immer öfter angegangen

Jeden Tag sorgen sie in NRW in den Bahnen und Zügen für die Sicherheit der Passagiere, führen Fahrscheinkontrollen durch und entfernen Randalierer. Wir haben ein Einsatzteam bei ihrer Streife begleitet.

Viele Bahngäste nutzen die Möglichkeit, in S-Bahnen und Regionalzügen ihre Fahrräder mitzunehmen. In vollen Zügen wird es mit Fahrrädern aber schnell eng. Und wenn zu Ferien- und Reisezeiten noch viele Personen mit Koffern hinzukommen, ist es gar nicht so leicht, alle Gegenstände im Zug unterzubringen.

Besonders betroffen von überfüllten Zügen ist immer wieder die Strecke von und zur Ostsee. Aufgrund dessen stranden immer wieder Fahrgäste auf dem Weg (BERLIN LIVE berichtete). Heute Morgen (18. August) war ein Regionalexpress offenbar so überfüllt, dass die DB Regio Berlin-Brandenburg auf Twitter reagierte. Fahrräder und Passagiere wurden ausgesperrt. Könnte das in Zukunft zu einem Dauerzustand werden?

Bahn setzt bereits zusätzliche Züge ein

In einem um kurz vor neun Uhr veröffentlichten Tweet heißt es von der Deutschen Bahn: „Außergewöhnlich hohes Fahrgastaufkommen. Ein Zustieg weiterer Personen und die Mitnahme von Fahrrädern in #RE3306 der Linie #RE3 ist nicht mehr möglich. Bitte wählen Sie eine andere Verbindung.“ BERLIN LIVE hakte dazu bei der Deutschen Bahn nach.



Wie aus der Antwort eines Pressesprechers hervorgeht, sollte das eigentlich nicht Standard werden. Denn „die von DB Regio verantworteten Ostsee-Linien RE3 und RE5 werden schon jetzt an den Wochenenden mit Zusatzzügen verstärkt und sollen ab Ende 2026 mit noch mehr Kapazität unterwegs sein“, heißt es. Generell setze man „so viele Züge wie möglich ein“. Das scheint aber zu Hauptreisezeiten nicht dem Passagieraufkommen gerecht zu werden.

„Gegenseitige Rücksichtnahme“ bei Fahrradmitnahme gefragt

Dennoch ist man sich bei der Deutschen Bahn bewusst, dass „die Verbindungen von und zur Ostsee vornehmlich an schönen Wochenenden, an Feiertagen, in der Urlaubszeit“ stark nachgefragt sind. Wer trotzdem auf dieser Strecke fahren möchte, sollte „bei jeder Gelegenheit, Züge außerhalb der Hauptverkehrs- und Reisezeiten (Freitag- und Sonntagnachmittag) nutzen“, empfiehlt die Bahn. Zudem verweist der Pressesprecher zum Thema Fahrradmitnahme auf die Option, ein Fahrrad am Reiseziel zu mieten, um kein eigenes mitnehmen zu müssen.

Zwar gibt es in den Zügen Mehrzweckbereiche für Fahrräder. Doch sind diese durch Fahrgäste ohne Fahrräder blockiert, besteht keine Verpflichtung, die Plätze für andere Gäste mit Fahrrad freizugeben. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefragt“ erklärt die Deutsche Bahn dazu. Zudem entscheidet das Bahn-Personal je nach Zugauslastung und Situation über die Mitnahme von Fahrrädern und Co.


Mehr News aus Berlin


Im Zweifel müssen Fahrgäste mit Fahrrad einen anderen Zug nehmen. So wie vermutlich viele Menschen, die eigentlich den RE3306 am Freitagmorgen nehmen wollten. Einen Beförderungsanspruch für Fahrräder gibt es nicht.