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S-Bahn streikt in Berlin: Super nervig, darum muss es trotzdem sein

Ab Donnerstagabend streiken Deutsche Bahn und damit auch die S-Bahn Berlin. Das ist nervig, aber wichtig. Ein Kommentar.

© IMAGO/Seeliger

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Diese Nachricht war für viele Berliner ein echter Stimmungs-Killer. Am Mittwochabend (6. Dezember) verkündete die Lokführergewerkschaft GDL den erneuten Streik. Von Donnerstagabend 22 Uhr an, soll der Personenverkehr der Deutschen Bahn für 24 Stunden bestreikt werden.

Neben ICEs und Regionalbahnen betrifft der Streik auch dieses Mal wieder die S-Bahn Berlin. Neben Wochenend-Pendlern und Urlaubern sind also auch alle Menschen betroffen, die in der Hauptstadt auf die S-Bahn angewiesen sind. Der Streik wird Pläne zerschlagen oder umständlicher machen. Viele Menschen sind zurecht wütend – trotzdem muss der Streik sein. Ein Kommentar.

S-Bahn Berlin: Darum streiken die Lokführer

Die Forderungen, die die Lokführergewerkschaft GDL und ihr scheidender Chef Klaus Weselsky ausgerufen haben, haben es in sich. Eine Inflationsprämie von 3.000 Euro soll es geben, zusätzlich 550 Euro mehr Lohn im Monat. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit ohne Lohnabzüge von 38 auf 35 Stunden sinken. Umgesetzt werden soll das in einer Vier-Tage-Woche.

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Letztere Forderung ist dabei entscheidend. Sowohl für die GDL, die von dieser Forderung bislang nicht abrücken will, als auch für die Bahn, die ihr angesichts von Personalmangel nicht zustimmen will. Aber sie ist auch für uns alle entscheidend, weil die Frage nach der Arbeitszeit bei der Deutschen Bahn weit über das Unternehmen hinaus strahlen könnte.

Führt nämlich ein so großes Unternehmen wie die Bahn, das vollständig der Bundesrepublik gehört, auf breiter Linie die Vier-Tage-Woche ein, hätte das Strahlkraft auf andere Branchen und Unternehmen. Es könnte die Arbeitswelt in Berlin und ganz Deutschland grundlegend verändern.

Der Bahn fehlen viele Lokführer

Auch wie gut Deutschland im Kampf gegen den Klimawandel abschneidet dürfte auch davon abhängen, ob die GDL diese Forderung durchbekommt. Denn sicher ist: Wenn Deutschland seine Klimaziele erfüllen will, ohne die Mobilität der Menschen einzuschränken, muss der Zugverkehr schnell und umfassend ausgebaut werden. Doch schon jetzt fehlen der Bahn je nach Schätzung 1.500 bis 3.700 Lokführer. Wegen Überalterung soll diese Zahl bis 2030 noch dramatisch steigen.


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Außer natürlich, es wird nun gegengesteuert – mit besserer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen, um mehr Menschen in die Führerhäuschen zu bekommen. Übrigens: Sollte das klappen, dürfte sich das auch positiv auf den gesamten Bahnverkehr auswirken. Denn eine geringere Arbeitszeit führt laut Studien auch zu geringeren Krankenständen.

Fürs Erreichen der Klimaziele muss die Bahn als Arbeitgeber attraktiver werden. Um das zu erreichen, müssen die Lokführer bei der Deutschen Bahn und auch der S-Bahn Berlin nun streiken. Für viele von uns mag das supernervig sein. Es führt aber kein Weg daran vorbei.