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Berlin: Veganer Supermarkt schließt letzte Filiale – weil pflanzliche Produkte zu beliebt sind

Das Berliner Unternehmen Veganz schließt seine letzte Filiale. Die Ursache dafür klingt zunächst überraschend.

© imago images/Jürgen Ritter

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Über viele Jahre war das Berliner Unternehmen Veganz eine echte Institution auf dem pflanzlichen Lebensmittelmarkt. Bereits in einer Zeit, in der sich noch deutlich weniger Menschen Gedanken über ihren Fleisch-Konsum machten.

Zehn eigene Supermärkte hatte das Berliner Unternehmen in der Hochzeit betrieben. Zuletzt war nur nur einer an der Warschauer Straße in Friedrichshain übrig. Doch auch diese Filiale muss nun schließen. Grund dafür ist paradoxerweise auch der Erfolg pflanzlicher Produkte.

Berlin: Veganer Supermarkt schließt letzte Filiale

Denn längst ist es nicht mehr nur Veganz, die mit veganem Käse, veganen Milchprodukten oder veganer Wurst auf den Markt drängen. Bei Rewe, Edeka und Co. finden sich zahlreiche Produkte verschiedenster Marken. Die Supermärkte und Discounter sind zudem mit zahlreichen Eigenmarken unterwegs. Damit folgte der Handel dem Wunsch der Verbraucher nach immer besseren und immer vielseitigeren Ersatzprodukten.

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Für Vegan-Vorreiter Veganz war der Erfolg aber ein Stolperstein. Denn für Wurst und Käse auf pflanzlicher Basis muss seit einigen Jahren eben niemand mehr in ein speziell veganes Spezial-Geschäft. Entsprechend schrieb das Unternehmen laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ zuletzt immer wieder rote Zahlen. Mit der Schließung der letzten Filiale soll das Berliner Unternehmen wieder auf Spur gebracht werden.

Veganz setzt jetzt auf eigene Marken

Veganz-Grüner Jan Bedrack erklärte gegenüber dem Blatt: „Mit unseren Markenprodukten im Handel können wir schnell und effektiv sehr viele Menschen erreichen.“ Denn tatsächlich finden sich schon jetzt bei Rewe, Edeka und Co. zahlreiche Produkte aus dem Hause Veganz. Da die Nachfrage nach den Produkten hoch, der Anreiz sie im Spezialgeschäft zu kaufen, aber niedrig war, sei es ein logischer Schritt gewesen, das Filialgeschäft zu beenden.


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Die ersten Sparmaßnahmen von Veganz haben übrigens schon gefruchtet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 konnte der Verlust reduziert werden – trotz eines Umsatzrückgangs von mehr als anderthalb Millionen Euro.