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Berliner Experte erklärt: Darf der Späti-Verkäufer Kartenzahlung erst ab 10 Euro anbieten?

Wer in Berlin beim Späti um die Ecke einkauft oder beim kleinen Bäcker in Friedenau, der wird bei der Kartenzahlung des Öfteren schon Probleme bekommen haben.

© IMAGO/Westend61

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

„Kartenzahlung erst ab 10 Euro möglich“ oder „Nur Barzahlung!“ – wer in Berlin in kleineren Geschäften regelmäßig einkaufen geht, wird Schilder dieser Art schon häufiger gelesen haben. Vielleicht hat sich der ein oder andere auch schon gefragt, ob dies überhaupt rechtens ist? Schließlich gibt es genügend Bezirke, in denen man beim Bäcker selbst Kleinstbeträge problemlos mit Karte zahlen kann.

Für die Händler ist jede Transaktion mit Kosten verbunden. Diese sind eng mit der Geschäftstätigkeit der Händler verknüpft. Je nachdem, wie viel Umsatz pro Monat gemacht wird, können diese variieren. Die Kosten können zwischen 0,2 und 0,3 % liegen. Bei einem Betrag von bespielweise 100 Euro und einer Gebühr von 0,25 % würden 25 Cent fällig.

Berliner Experte erklärt die Rechtslage bei Kartenzahlungen

Auf Anfrage bei der Verbraucherzentrale Berlin erklärte Finanz-Experte Volker Schmidtke gegenüber BELRIN LIVE, dass Händler keineswegs dazu verpflichtet wären, Kartenzahlungen anzunehmen. „Ein Recht auf Kartenzahlung hat man als Kunde nicht“, so Schmidtke. „Ein Geschäft kann also auch Kartenzahlung generell ablehnen, oder eben auch erst ab 10 Euro Zahlbetrag annehmen.“

Natürlich kann man freundlich bitten, ob man in einem Geschäft den fälligen Betrag trotzdem mit Karte bezahlen kann, ein Recht hat man darauf jedoch nicht. Zumal es ja auch Geschäfte gibt, die nur Barzahlungen akzeptieren und somit erst gar keine Geräte für Kartenzahlung haben.

Gründe für eine Kartenzahlung ab Minimalbeträgen sind wenig plausibel

Warum Geschäfte so handeln, ist auch für die Verbraucherzentrale Berlin nicht ganz erklärbar. „Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die pro Transaktion anfallenden Fixkosten ein Grund sein könnten“, so der Verein gegenüber BERLIN LIVE.


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Es gibt also Gründe, aus denen vor allem kleine Spätis, Bäcker und Co. bei kleineren Beträgen lieber auf Bar- als auf Kartenzahlung setzen. Für den Fall lohnt es sich in jedem Fall, etwas Bargeld dabei zu haben, über den Sockelbetrag zu kommen – oder aber gleich einen Laden anzusteuern, der die Kartenzahlung auch annimmt.