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Maischberger – Russland-Insider über Putin: „Putin auch in Russland tödlich“

Der Tod von Alexej Nawalny schockiert die Welt aber auch in Russland hat sich das Klima verändert, weiß Russland-Experte Thomas Roth.

Warum starb Nawalny?
© IMAGO/ZUMA Wire

Nawalnys Team fordert nach dessen Tod Herausgabe des Leichnams

Nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat dessen Team die russischen Behörden zur sofortigen Herausgabe seines Leichnams aufgefordert. Dieser müsse seiner Familie übergeben werden, forderte seine Sprecherin Kira Jarmisch.

In der Polit-Talkshow Maischberger dreht sich am Dienstagabend alles um ein Thema: den erschütternden Tod von Alexej Nawalny. Russland ist seit Nawalnys Tod ein noch dunklerer Ort, weiß der ehemalige Leiter des ARD-Studios Moskau, Thomas Roth.

Er hat jahrzehntelang aus Moskau berichtet und weiß, was der Tod Nawalnys für Russland bedeutet.

Tod hat in Russland etwas ausgelöst

Der Tod von Alexej Nawalny erschüttert die Welt. Jahrzehntelang kämpfte der 47-Jährige in der Opposition gegen das russische Regime von Präsident Wladimir Putin. Er wollte das Land von Putins Regime befreien. Am 16. Februar erklärten ihn die Gefängnisbehörden im hohen Norden Sibiriens, wo Nawalny seit Dezember im Straflager saß, für tot. Während die Welt um ihn trauert, hat sein Tod auch in Russland etwas ausgelöst.

Die beiden Studiogäste Irina Scherbakowa, Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial, und Thomas Roth sprechen im Zusammenhang mit dem Tod Nawalnys ganz klar von Mord. Der Tod von Nawalny sei vor allem eins „ein Zeichen der Schwäche und Brutalität des Regimes“, erklärt Roth.

„Putin ist tödlich“

Denn neben den schrecklichen Taten Putins in der Ukraine, sei Putin auch in Russland „tödlich“, meint der Putin-Insider. Denn etwa tausend politische Gefangene sind in Russland sichtbar in Gefahr.

Putin sei es jedoch egal, ob die westlichen Länder den Tod als stark oder weniger stark empfinden: „Der setzt es durch und lässt es tun. Wenn man ihn nicht dran hindert, wird er es weiter tun oder noch mehr“, so Roth.



„Menschen wird so viel Angst gemacht“

Dabei sieht der Russland-Insider vor allem ein Problem in der Situation in Russland: „Die Tragik in Russland ist meiner Meinung nach, dass die Menschen aus meiner Sicht so viel Angst gemacht wird, dass es so gefährlich ist, ihre Trauer zu zeigen.“ Dennoch gehen in Russland Tausende von Menschen auf die Straße, um ihre Trauer über den Verlust Nawalnys zu bekunden. In Moskau, St. Petersburg und vielen anderen Städten Russlands legen Menschen Blumen an Denkmälern für die Opfer politischer Repressionen nieder.

Dabei könnte die Menschen deswegen verhaftet oder verprügelt werden! Die russische Menschenrechtsorganisation „OVD-Info“ zählte bis Dienstag 397 Festnahmen in 39 Städten.

Irina Scherbakowa, Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial, findet die Mut der Menschen ebenso bemerkenswert. Bei Maischberger sagt sie, dies sei seit langem die erste „Massenreaktion“, die ein Todesfall ausgelöst habe.