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Berlin: Der lukrative Handel mit Blut – doch Spender gehen meist leer aus

Für Blut zahlen Berliner Kliniken einiges an Geld. Dabei bekommen die Spender wenig bis gar nichts – wie passt das zusammen?

Berlin
© IMAGO/Sven Simon

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Blut spenden ist ein Akt der Solidarität und eine enorm wichtige Angelegenheit. Ohne die zahlreichen Spender wäre eine ausreichende medizinische Versorgung mit Blutkonserven nicht möglich. Auch die Berliner Krankenhäuser und Kliniken sind auf die Freiwilligen angewiesen.

Doch trotz dieser enormen Relevanz bekommen Spender hierfür kaum finanzielle Entschädigung. Woran liegt das?

Blutpreise in Berlin

In Berlin zahlen die Kliniken laut dem „Tagesspiegel“ für einen Liter Blut etwa 285 bis 390 Euro. Das ist eine stattliche Summe, doch die Spender bekommen davon maximal einen winzigen Bruchteil. Bei Spendenaktionen des privaten Blutspendedienstes Haema wird auf Wunsch ein Geldbetrag von 20 Euro ausgezahlt, ebenfalls beim Blutspendezentrum der Charité. Spendet ein Freiwilliger beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Blut, wird dieser sogar nur mit Gutscheinen oder Snacks entschädigt.

Bei diesen monetären Diskrepanzen stellt sich nun die Frage, wo der Rest des Geldes landet. Auf Anfrage von BERLIN LIVE gab Pressesprecherin Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost eine umfassende Antwort. Sie stellte klar, dass das DRK als gemeinnützige GmbH die Erlöse ausschließlich dafür einsetzt, um entstandene Kosten zu decken.


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Des Weiteren erklärt sie: „Eventuelle Überschüsse werden in den laufenden Betrieb reinvestiert und z.B. für Löhne vorgehalten sowie für die Anschaffung neuer Fahrzeuge, moderner Geräte und sonstiger notwendiger Investitionen verwendet. Eine Ausschüttung von Gewinnen ist satzungsgemäß nicht möglich.“

Unterschiedliche Transparenz bei Blutspendediensten

Doch nicht überall ist das Rätsel so leicht zu entschlüsseln. Der private Blutspendedienst Haema wollte auf Anfrage nicht konkret erklären, was mit dem finanziellen Gewinn vom Verkauf der Blutkonserven passiert. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens wies lediglich darauf hin, dass diese Informationen zu Unternehmenszahlen nicht zur Verfügung gestellt werden können.

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Doch egal wie viel Geld Blutspenden generieren, das Wichtigste bleibt dabei die Hilfe kranker Menschen. Wer demnächst etwas Gutes tun möchte, könnte also Blut spenden und damit gegen Blutknappheit vorgehen. So hilft man garantiert.