Veröffentlicht inAktuelles

Berlin: Giftstoffe mitten in Wohnsiedlung – sind Anwohner in Gefahr?

Im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg entsteht nahe dem Südkreuz ein riesiges Neubau-Areal. Jetzt kam Erschreckendes zum Vorschein…

Berlin
© BERLIN LIVE / Wengert

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Dass der Wohnraum in Berlin knapp ist, dürfte längst kein Geheimnis mehr sein. Nicht ohne Grund entstehen – wo möglich – neue Wohnungen zum Kaufen oder Mieten. So auch in der Nähe des Berliner Bahnhofs Südkreuz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Dort entstand erst vor rund drei Jahren ein riesiger Wohnkomplex für Studenten, Singles und Familien. Das Gebiet rund um den Schöneberger Gasometer wird stetig weiter ausgebaut. Doch wer vor wenigen Wochen dort entlang spaziert ist, dem dürften merkwürdige Szenen aufgefallen sein: Gegenüber der Neubauten sind zahlreiche Arbeiter in gefährlich wirkenden Schutzanzügen am Werk – was geht hier vor sich? BERLIN LIVE hat nachgehakt.

Berlin: Gefährliche Bauarbeiten mitten in einer Wohngegend

Wie sich herausstellte, wurden auf dem gesamten Areal eines früheren Autohandels samt Werkstatt an der Ecke Gotenstraße / Ella-Barowsky-Straße giftige Materialien entdeckt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Asbest. „Nach Rücksprache […] wurden auf dem genannten Gelände Anfang Oktober 2023 ordnungsgemäß umfängliche Sanierungsarbeiten im Umgang mit Asbest im Rahmen eines selektiven Rückbaus angezeigt“, teilte das Bezirksamt auf Nachfrage von BERLIN LIVE mit.

Berlin
Durch den Asbest-Befall auf dem gesamten Gelände müssen sich die Arbeiter mit Schutzanzügen schützen. Credit: BERLIN LIVE / Wengert

Asbest, der – wie auch in diesem Fall – früher häufig in Brand-, Wärme- oder Dämmstoffen zur Isolation verbaut wird, ist krebserregend. Besonders eingeatmete Asbestfasern können chronisch-entzündliche Erkrankungen der Atemwege und Lunge auslösen. Zu spaßen ist damit also keinesfalls. Nicht ohne Grund tragen die Arbeiter auf der Baustelle zur Beseitigung auch spezielle Schutzkleidung inklusive Atemschutz.

Berliner Bezirksamt gibt Entwarnung

Doch wie steht es um die Anwohner der umliegenden Wohnhäuser? Laut Aussage des Bezirksamts bestehe kein Grund zur Sorge: „Diese Arbeiten werden von einer zertifizierten Fachfirma und dafür geschultem Personal durchgeführt, so dass davon auszugehen ist, dass die gesetzlichen Vorgaben und technischen Bestimmungen zum Umgang mit Asbest eingehalten sind und eine Gesundheitsgefährdung von Anwohnern auszuschließen ist.“


Mehr News:


Laut eines Bauarbeiters vor Ort geht diese Aufgabe ganz schön ins Geld. So rechne er für das komplette Areal bis hin zu den Gleisen der Ringbahn mit Kosten für Sanierung und ordnungsgemäße Entsorgung mit Kosten bis zu 400.000 Euro. Da es sich um ein Privatgelände handelt, sind diese jedoch vom Eigentümer zu zahlen.

Berlin
Das Areal an der Gotenstraße muss aufgrund von Asbest komplett geräumt werden. Alle Materialien wurden zur Entsorgung in spezielle „Tüten“ gehüllt. Credit: BERLIN LIVE / Wengert

Was passiert nach der Entrümpelung?

Und was anschließend mit der leeren Fläche passiert? Die helfenden Hände auf der Baustelle sind überzeugt, dass dort in ein paar Jahren ein weiterer Wohnkomplex stehen wird. Das Bezirksamt hielt sich gegenüber dieser Vermutung noch bedeckt: „Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Neubauplanung zu schaffen, wird derzeit im Stadtentwicklungsamt das Bebauungsplanverfahen 7-100VE durchgeführt.“