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Berlin: Hausarzt-Praxen sterben aus – in DIESEN Bezirken droht Unterversorgung

Ärztepraxen in Berlin sterben aus. Laut dem Hausärzteverband Berlin und Brandenburg gibt es in einigen Bezirken bereits eine Unterversorgung.

Berlin
© imago images / Schöning

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Jeder kennt das Problem. Man braucht kurzfristig einen Arzttermin und wird dann freundlich von einer Sprechstundenhilfe darauf hingewiesen, dass alle Termine für die nächsten zwei Wochen schon vergeben sind. Dieses Problem soll jetzt in Zukunft sogar noch schlimmer werden.

Grund ist ein Praxissterben, das ganz Berlin plagt. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. BERLIN LIVE ist der Sache nachgegangen und hat beim Hausärzteverband Berlin und Brandenburg e.V. (BDA) nachgehakt.

Berlin: Darum sterben die Praxen in Berlin

Es ist wenig überraschend, dass die Quote der älteren Ärzte in Berlin sehr hoch ist. Knapp über 60 Prozent der niedergelassenen Praxisinhaber sind 55 Jahre oder älter. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Kassenärztliche Vereinigung besorgt ist.

Doch nicht nur ältere Ärzte, die in Rente gehen, beschleunigen das Praxissterben in Berlin. Auch zahlreiche Auflagen der Kassenärztlichen Vereinigung würde es jungen Ärzten schwer machen, eine Praxis zu übernehmen. Dr. Kreischer vom Hausärzteverband Berlin und Brandenburg e.V. (BDA) erklärt, dass „die KV aufgerufen ist Kürzungen, Budgetierungen und so weiter bei Hausarztpraxen zu beenden, denn es ist für einen zukünftigen Hausarzt völlig unattraktiv eine Praxis zu eröffnen oder zu übernehmen“.



Der Experte findet eine Schuldzuweisung schwierig, da das Problem vielschichtig sei. „Tatsache ist, dass der Masterplan 2000 nicht umgesetzt wurde. Darin wurden jährlich 8000 Studienanfänger in der Medizin gefördert. Das hat die Politik nicht umgesetzt, weil die Studienplätze Ländersache sind und die Länder Kosten sparen wollen“, erklärt Dr. Kreischer. Dadurch blieb der nötige Nachwuchs aus.

In DIESEN Bezirken droht die Unterversorgung

Den nötigen Nachwuchs könne man nur dazugewinnen, wenn man den Numerus Clausus bei der Zulassung entfernen würde, findet Dr. Kreischer. „Es wäre beispielsweise sinnvoll eine Hausarztquote bei den Studienanfängern festzulegen beziehungsweise Quereinsteigern den Einstieg zu erleichtern.“


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Laut dem Vorsitzenden des Hausärzteverbands Berlin und Brandenburg e.V. (BDA) gäbe es bereits in einigen Bezirken eine Unterversorgung, so dass dort die Zulassungssperren aufgehoben worden seien. „Das betrifft in erster Linie die Bezirke Lichterberg, Marzahn, Hellersdorf, Köpenick. Demnächst sind möglicherweise auch Spandau und Reinickendorf dran“, prognostiziert Dr. Kreischer.