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Berliner Spätis gibt’s jetzt auf Kleinanzeigen zum Schnäppchenpreis

Die Berliner Spätis stehen unter Druck. Immer mehr der Kultshops müssen schließen – doch das hat bestimmte Gründe.

Berlin
© IMAGO/Wolfgang Maria Weber

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Zum Berliner Stadtbild gehören neben Brandenburger Tor, Fernsehturm und Bundestag vor allem auch die Spätis. In kaum einer anderen Metropole findet man so viele dieser Verkaufsstellen, die durch lange Öffnungszeiten, internationales Sortiment und besonderen Flair bestechen.

Doch es gibt ein Problem: Neuerdings werden Spätis auf der Plattform Kleinanzeigen für wenig Geld angeboten. Dahinter steckt ein Dilemma, das die Berliner Kultshops bedroht.

Berliner Spätis ohne Zukunft?

Es kann kein gutes Zeichen sein, wenn mehrere Berliner Spätis im Internet zum billigen Verkauf angeboten werden. Doch diese Entwicklung hat Gründe, wie Alper Baba, Vorsitzender des Vereins Späti e.V., aus erster Hand weiß. Der Mann ist selbst Späti-Besitzer, kennt unzählige seiner Kollegen und weiß von ihren Problemen. „Seit der Pandemie rufen häufig Spätibesitzer bei mir an, um mir Bescheid zu geben, dass sie bald aufhören“, erzählt er im Gespräch mit rbb24.


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Als Grund nennt er die wachsenden Preise. Die Energiekosten steigen, die Miete ist höher und auch die Inflation trägt dazu bei, dass es die Eigentümer nicht gerade einfach haben. Auch das Meer an Lieferdiensten ist aus seiner Sicht ein weiterer Faktor, der das Führen eines Spätis durch zahlreiche Konkurrenz erschwert. Doch das ist noch nicht alles.

Spätis klagen über fehlende Unterstützung des Senats

Denn neben der wirtschaftlichen Schwierigkeiten trägt laut Baba auch der Senat dazu bei, dass immer mehr Spätis aussterben. Damit bezieht er sich auf das Berliner Ladenöffnungsgesetz, das den Kultshops vorschreibt, nur von Montag bis Samstag zu arbeiten. „Solange Spätis an Sonn- und Feiertagen, also den umsatzstärksten Tagen, nicht öffnen dürfen, haben wir keine Chance“, meint der Vorsitzende von Späti e.V..

Genaue Daten zu der Anzahl der Spätis in der Hauptstadt gibt es nicht. Doch Baba schätzt, dass diese Verkaufsstellen seit 2016 einen Rückgang von circa 50 Prozent zu verzeichnen haben. Einst gab es wohl 2.000 Läden in Berlin, mittlerweile seien nur noch 800 davon übrig.


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Es wird wohl Hilfe benötigt, um das Kulturgut Späti langfristig am Leben zu halten. Hoffen wir, dass sich die schlechten Tendenzen aufhalten lassen.