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Berliner Wiederholungswahl-Wahnsinn: Eine Kandidatin wider Willen und eine, die im Knast sitzt

Wenn am kommenden Sonntag (11.2.) der Berliner Wiederholungswahl-Wahnsinn beginnt, werden auch zwei kuriose Kandidatinnen zur Wahl stehen.

© IMAGO/Bihlmayerfotografie

Berlin muss die Wahl wiederholen - das steckt dahinter

Am 11. Februar 2024 finden die Teilnachwahlen der Dreifachwahl von 2021 statt. Aber wieso kommt es zu der Wahl wiederholung?

Am kommenden Sonntag (11.2.) ist es soweit: Dann findet der Berliner Wiederholungswahl-Wahnsinn in 455 von 2.256 Wahlbezirken statt. Gut eine halbe Million Hauptstädter sind diesmal aufgerufen, ihre Stimme nach bestem Gewissen abzugeben.

Dabei werden aber auch zwei Personen auf dem Stimmzettel stehen, die bei näherer Betrachtung kurios anmuten. Was ist denn da los?

Berliner Wiederholungswahl-Wahnsinn: DIESE Kandidatin will gar nicht antreten

Für viele Politiker ist es die Erfüllung eines Traums, den eigenen Namen als Direktkandidatin auf dem Stimmzettel zu entdecken. Doch im Fall von Eva-Marie Doerfler muss man eher den Begriff des Berliner Wiederholungswahl-Wahnsinns bemühen. Denn die 37-Jährige, so sagt sie es im Vorfeld des großen Ereignisses, möchte gar nicht mehr im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf antreten.


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„Mein Name ist Eva-Marie Doerfler und ich möchte wirklich nicht für die AfD in den Deutschen Bundestag“, sagte die Kandidatin in einem Video, über das die „Berliner Zeitung“ berichtet. Sie sei zwar im Jahr 2020 in die Partei eingetreten, da sie mit der Corona-Politik der damaligen Bundesregierung nicht zufrieden war, doch mittlerweile habe sich im Land und bei der AfD viel verändert.

„Und so habe ich die Partei vor einem Jahr verlassen, mit vielen, vielen guten Gründen, und möchte mit dieser Partei auch nicht weiter in Verbindung gebracht werden“, erklärte die 37 Jährige weiter. Dennoch hat die AfD Doerfler zur anstehenden Wahl ohne ihre Zustimmung aufgestellt – ein wahres Kuriosum.

Knast-Kandidatin möchte in den Bundestag

Doch nicht jeder verzichtet freiwillig auf die große Chance, in den Bundestag einzuziehen. Manchmal sogar nicht mal dann, wenn man sich gerade in Untersuchungshaft befindet. So ist nämlich die derzeitige Lage bei Birgit Malsack-Winkemann (AfD). Die 59-Jährige sitzt seit Dezember in Haft, da sie zusammen mit Reichsbürgern und rechtsextremen Akteuren einen Umsturz der Bundesregierung geplant haben soll. Außerdem, so lautet der Vorwurf, sei sie Mitglied einer Terror-Vereinigung.

Dennoch wird ihr Name am kommenden Sonntag auf dem Stimmzettel als Direktkandidatin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf auftauchen. Das liegt daran, dass es eine Wahlwiederholung ist. Somit können nur die gleichen Politiker aufgestellt werden, die auch vor zweieinhalb Jahren kandidierten.


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Die Wahl steht also kurz bevor. Es bleibt abzuwarten, wem die vielen Berliner und Berlinerinnen ihre Stimme geben werden.