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Berliner empört über neuen Bau – „Erinnert mich an die Mauer“

Eines mögen die Berliner absolut nicht: Mauern. Doch pünktlich zum 35. Jubiläum des Mauerfalls wird eine neue Grenze in der Stadt errichtet.

Berlin
© IMAGO/Hohlfeld

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Die deutsche Hauptstadt hat so ihre Vergangenheit, was Mauern betrifft – und die ist nicht besonders positiv. Durch den Bau der Berliner Mauer wurden Familien zerrissen und die Teilung von Ost und West endgültig auch optisch besiegelt.

Das hängt offenbar einigen ganz schön nach. Denn nun gibt es erneut Zoff um ein Berliner Bauwerk. Alteingesessene Hauptstädter erinnert das an die damalige, echte Mauer.

Berlin bekommt neue ‚Mauer‘

Der Flughafensee in Reinickendorf ist gerade in den Sommermonaten bei vielen beliebt. Denn die groß angelegte Badestelle ist der perfekte Ort für alle, die auf der Suche nach etwas Abkühlung sind.

+++ Berliner Kneipe richtet klare Worte an Kiffer – die Reaktionen folgen sofort +++

Doch nun wird am Nordufer des Sees ein Zaun gebaut. Durch ihn wird der Zugang zur ansässigen FKK-Badestelle verwehrt. Andere Badeflächen bleiben laut Bezirksstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) zwar weiterhin zugänglich, viele Anwohner sind dennoch verärgert.

Nachbarn fühlen sich übergangen

„Es erinnert mich an die Berliner Mauer. Ich könnte heulen“, erklärt ein Anlieger gegenüber dem „Tagesspiegel“. Er wisse, dass die Natur rund um das Gewässer durch die Überbeanspruchung mit viel zu vielen Besuchern gelitten habe. Aber statt sich um eine Lösung zu kümmern, die alle glücklich macht, baue das Bezirksamt jetzt einen langen Zaun.

Auch das Tempo des Baus stößt vielen sauer auf. „Das dürfte die schnellste Bauaktion jemals in Berlin sein“, erklärt ein anderer. Viele Anwohner fühlen sich also sichtlich übergangen in der Planung.

Bezirk hat (k)eine andere Wahl

Eine Nacht-und-Nebel-Aktion also? Nicht ganz, erklärt Stadträtin Schrod-Thiel. Denn der Bezirk ist vertraglich für die Verkehrssicherng am Flughafensee zuständig. „Damit ist die Pflicht verbunden, Menschenleben zu schützen und drohende Lebensgefahren abzuwenden.“

Genau da ist der Knackpunkt. Denn ein Gutachten empfahl bereits vor ein paar Jahren, einen Zaun an der Stelle zu bauen. Der Grund: Es bestehe die Gefahr von Rutschungen an Uferböschung, die Menschen lebensgefährlich verletzen könnten.


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Deshalb kommt jetzt der Zaun für 80.000 Euro. Er soll aber nicht für immer stehen.

„Was denn der Bezirk tun kann, um die Stabilität der Uferbereiche zum Beispiel durch ’sinnvolle Bepflanzung‘ zu sichern, wird laut Bezirksstadträtin derzeit noch besprochen“, erklärt der „Tagesspiegel“. Bis eine Lösung gefunden wurde, muss der Zaun also bleiben.