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Miete in Berlin: Wohnungen sind Mangelware, doch offenbar nicht für alle…

Wer in Berlin eine Wohnung sucht, hat es meist schwer. Die Antwort des Senats auf eine Frage kann da nur überraschen.

Miete in Berlin
© IMAGO/Stefan Zeitz

Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Es ist eine bittere Wahrheit, die inzwischen weit über die Grenzen der Hauptstadt bekannt ist. Wer in Berlin eine Wohnung mieten will, muss oft nicht nur eine ganze Menge Geld mitbringen, sondern auch viel Geduld.

Ein Grund dafür ist ein sehr geringer Leerstand, der im Jahr 2021 auf lediglich 0,8 Prozent der Wohnungen beziffert wurde. Doch nun taucht eine Zahl in einer Antwort des Senats auf, die überrascht: Die Zahl der Nebenwohnsitzhaushalte in Berlin hat sich seit 2014 verdoppelt.

Miete in Berlin: Immer mehr Nebenwohnsitze

Der Senat bezifferte die Zahl der sogenannten Nebenwohnsitzhaushalte in einer Antwort auf die parlamentarische Anfrage von Linken-Politiker Niklas Schenker in Berlin auf knapp 30.000. Damit fallen nun 1,5 Prozent des Berliner Wohnungsbestands auf oftmals wenig genutzte Nebenwohnsitze. Damit sind mehr Wohnungen Nebenwohnsitze, als frei stehen.

Besonders verknappt wird die Zahl der Wohnungen zudem durch 6.529 Menschen, die neben ihrer ersten Nebenwohnung in Berlin noch über mindestens eine Nebenwohnung (innerhalb oder außerhalb von Berlin) verfügen.

Als Nebenwohnsitz gilt eine Immobilie, die neben dem Hauptwohnsitz wohnlich genutzt wird. In ihr darf nicht länger als sechs Monate im Jahr gelebt werden, außer es gibt berufliche Gründe. Zusätzlich hat der Nebenwohnsitz den Vorteil, aufgrund von doppelter Haushaltsführung bis zu 1000 Euro monatlich von der Steuer absetzen zu können.

Miete in Berlin: Linken-Politiker stellt Forderung

Für Niklas Schenker ist die Entwicklung in Berlin ein Unding. „Die stark steigende Anzahl an Zweitwohnsitzen ist alarmierend“, erklärt er gegenüber BERLIN LIVE. Mögliche Ursachen für den starken Anstieg an Zweitwohnungen sehe er viele, sagt er, erläutert aber vor allem eine. „Einige tausend, mutmaßlich besonders wohlhabende Haushalte, leisten sich Dritt- und Viertwohnungen in Berlin“, so Schenker. „Solche Fälle sollten stärker eingeschränkt und höher besteuert werden.“


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Es sei „skandalös“, wenn ein Haushalt mehrere hundert Quadratmeter Wohnfläche verbraucht, während Familien auf zu engem Raum leben müssen. Sein Vorschlag: „Wir müssen den Wohnraum in Berlin besser verteilen, auch, da in Zeiten steigender Zinsen und Baukosten der Wohnungsneubau einbricht.“ Ob dieses Ansinnen bei der Berliner Koalition aus CDU und SPD auf offene Ohren treffen wird, ist allerdings fraglich.