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Berlin: Bücherbox in Brand gesteckt – schon wieder eine antisemitische Straftat?

In Grunewald soll ein unbekannter Täter eine Bücherbox in Brand gesetzt haben. Die Polizei vermutet eine antisemitische Straftat.

Berlin
© imago images/Joko

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Die Berliner Polizei gibt bekannt, dass ein unbekannter Täter am Samstagmorgen (12. August) eine Bücherbox (stilistisch BücherboXX) am Mahnmal “Gleis 17” im Berliner Grunewald in Brand gesteckt hat.

Die Bücherbox ist eine ehemalige Telefonzelle, die mit Büchern bestückt ist, die den Nationalsozialismus zum Thema haben. Die Bücher sollen das Gedenken an die rund 10.000 aufrechterhalten, die von dort aus in die Vernichtungslager der Nazis deportiert wurden.

Grunewald: Zeugen beobachteten die Straftat

Nach ersten Erkenntnissen gaben zwei unbekannt gebliebene Zeugen gegen 4:50 Uhr gegenüber einem Mitarbeiter einer benachbarten Bäckerei an, dass sie einen Mann gesehen hätten, der eine Kiste in die Telefonzelle gestellt und angezündet hätte. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand zwar löschen, jedoch wurden die meisten Bücher durch den Brand zerstört.


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Laut dem „RBB“ hat die Polizei Berlin den Staatsschutz eingeschaltet, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist. Es wird vermutet, dass es sich um eine antisemitische Tat handelt.

Die Berliner Polizei prüft Bekennerschreiben.

Der „RBB“ berichtet, dass laut Anwohnern ein Bekennerbrief hinterlassen worden sein soll. Dies konnte die Polizei bis jetzt aber nicht bestätigen. Anwohner und die Initiatoren der Bücherbox wollen sich im Laufe des Nachmittags vor Ort zu einer Mahnwache treffen.

Das Mahnmal “Gleis 17” erinnert seit 1998 an die Opfer des Holocausts. Von Herbst 1941 bis Frühjahr 1942 fuhren von dort aus Deportationszüge der Deutschen Reichsbahn mit Berliner Jüdinnen und Juden Richtung Osten. Mehr als 50.000 Berliner Juden wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht und dort ermordet.


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Die Bücherbox wurde von einer Initiative ins Leben gerufen, die sich für das Gedenken an die deportierten Juden einsetzt. Die Bücher sind kostenlos zum Lesen verfügbar und sollen das Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus fördern. Die Initiative hat angekündigt, die Bücherbox wieder aufzubauen und mit neuen Büchern zu bestücken.

Erst vor einigen Tagen kam es in Kreuzberg zu einer viel beachteten antisemitischen Attacke. Ein 19-Jähriger wurde offenbar zum Opfer einer Gewalttat, weil er am Telefon hebräisch gesprochen hatte. Die Täter sollen in einem Auto geflüchtet sein, in dem arabische Musik lief.