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Berlin: Nach Anti-Israel-Demo – hier gab’s Zusammenstöße mit der Polizei

Wenige Stunden nach der aufgelösten Anti-Israel-Demo griffen Jugendliche Polizisten an. Es gab einen Großeinsatz.

© Morris Pudwell

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Als am Samstagmorgen die ersten Hamas-Bomben in Israel einschlugen und schon bald bewaffnete Kämpfer in den ersten Ortschaften einfielen, war es klar, dass es diese Bilder geben wird. Neben dem Schock, der angesichts des grausamen Angriffs durch viele Städte ging, gab es auch unverhohlene Freude. In Neukölln verteilte eine islamistische Organisation Süßigkeiten und am Abend feierten im Rahmen einer Demo 50 Menschen an der Sonnenallee.

Als diese Versammlung von der Polizei aufgelöst wurde, beendete das die Situation aber noch lange nicht. In der sogenannten High-Deck-Siedlung im Osten Neuköllns soll es erneut zu Zusammenstößen zwischen jugendlichen Hamas-Unterstützern und der Berliner Polizei gekommen sein.

Berlin: High-Deck-Siedlung ist ein Brennpunkt

Die Neuköllner High-Deck-Siedlung ist immer wieder Schauplatz von Verbrechen. Gesellschaftlich gilt diese Gegend Neuköllns als abgehängt. Viele Menschen leben hier von Sozialleistungen. Projekte um das zu ändern, gibt es kaum. Immer wieder wird die Wohnanlage aus den 1960er Jahren auch mit französischen Banlieues verglichen, palästinensische Jugendliche sollen die Gegend dominieren. In der vergangenen Silvesternacht brannte hier ein Reisebus aus. Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Polizeibeamte.

Berlin
In Berlin haben Jugendliche Polizisten angegriffen. Credit: Morris Pudwell

So auch in der Nacht zum Sonntag, wenige Stunden nachdem die Polizei die Anti-Israel-Demo an der Sonnenallee aufgelöst hat, kam es nun hier zu schweren Ausschreitungen. Ein Reporter schildert, dass Jugendliche mehrfach die Konfrontation mit der Polizei gesucht hatten. Während einer Streifenfahrt auf dem Michael-Bohnen-Ring wurde der Polizeiwagen dann attackiert: Mehrere Gehwegsteine flogen auf das Auto. Die Windschutzscheibe trug starke Schäden davon.

Polizisten kommen mit Verstärkung zurück

Die Polizisten entfernten sich und kamen mit reichlich Verstärkung wieder. Sie riegelten dabei offenbar die komplette High-Deck-Siedlung ab. An den Steinen sicherten sie DNA-Spuren. Auch mehrere Polizeihunde waren im Einsatz. Dann widmeten die Beamten sich einer Gruppe Jugendlicher, die sie an einem Sportplatz entdeckten. Die jungen Männer wurden kontrolliert, ihre Daten aufgenommen.


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Ob der Angriff auf die Polizei tatsächlich mit der aufgelösten Demonstration an der Sonnenallee oder dem Angriff der Hamas auf Israel zu tun hat, oder nur ein zeitlicher Zusammenhang besteht, ist unklar. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Auch eine versuchte Tötung steht angesichts des Angriffs mit einem Pflasterstein im Raum.