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Görlitzer Park: Basta-Ansage von Kai Wegner – „Können Zaun auch alleine durchsetzen“

Wie löst man die Kriminalitäts- und Drogenprobleme im Görlitzer Park? Mit einem Zaun, sagt Kai Wegner – und will zur Not auch den Bezirk übergehen.

Görlitzer Park Berlin
© Imago/Jürgen Held, Imago/Marten Ronneburg

Brennpunkt für Drogen und Delikte: das ist der Görlitzer Park in Berlin

Der Görlitzer Park ist eine beliebte Grünanlage im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Neben Liegewiesen bietet der Park auch zahlreiche Sport- und Spielplätze. Der Görlitzer Park sorgt aber auch immer wieder für Negativschlagzeilen. Die Grünanlage gilt seit Jahren als Brennpunkt von Drogenkriminalität, Diebstahl, Bedrohungen und weiteren Delikten.

Viel wurde im vergangenen Jahr über den Görlitzer Park diskutiert. Nachdem der Park, der seit Jahren als Drogenumschlag- und Konsum-Platz bekannt ist, durch eine Gruppenvergewaltigung in die Schlagzeilen kam, rang die Politik um die erfolgsversprechendste Lösung.

Doch die Zeit des Redens ist nun vorbei. Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) will seine Zaun-Pläne für den Görlitzer Park auf Biegen und Brechen durchsetzen. Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der dem Zaun kritisch gegenübersteht, gibt es nun eine Basta-Ansage!

Görlitzer Park: Land Berlin gegen Bezirk

Kai Wegner und seine Innensenatorin Iris Spranger (SPD) haben bereits nach dem Wiederaufkeimen der Diskussion für einen Zaun rund um den Görlitzer Park plädiert. Kritik gab es dafür von vielen Anwohnenden, aber auch vom Bezirk, in dem die Grünen die Mehrheit haben. Es wird befürchtet, dass die Kriminalität im Park durch einen Zaun nicht gelöst wird. Sondern sich stattdessen nur in das angrenzende Wohngebiet verlagert.

Berlins Regierender will seine Zaun-Pläne aber weiter durchziehen, auch wenn er erklärt, dass der Zaun keine Dauerlösung sein müsse. „Wir wollen bestmöglich dafür sorgen, dass der Görlitzer Park befriedet wird. Und es spricht ja nichts dagegen, dies im Rahmen eines Modellversuchs über ein Jahr zu testen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Wegner schwebt vor, die nächtliche Schließung des Parks wissenschaftlich begleiten zu lassen. So lasse sich die Wirkung der Maßnahme messen.

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Wegner erklärte, er würde die Sorge von Anwohnenden, dass sich die Kriminalität aus dem Park in die Wohngebiete verlagere, ernst nehmen. Er versprach: „Wir werden alles Machbare unternehmen, damit genau das nicht passiert.“ Die Einsatzstunden der Polizei, die nun im Park eingespart würden, sollten in den Wohngebieten eingesetzt werden.

Zaun um Görli bereits in Auftrag gegeben

Bereits vor Weihnachten hatte die Berliner Umweltverwaltung von Manja Schreiner (CDU) Nägel mit Köpfen gemacht. Die landeseigene Grün Berlin GmbH wurde beauftragt, den Görlitzer Park mit einer „stabilen Umfriedung“ auszustatten. Dafür solle die bestehende Mauer repariert und ergänzt, die Zugänge mit verschließbaren Toren ausgestattet werden.


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In Friedrichshain-Kreuzberg ist man darüber nicht glücklich. Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann zeigte sich am Tag der Verkündung des Auftrags mit Initiativen im Görlitzer Park, die gegen den Zaun sind. Doch den Bezirk will Kai Wegner zur Not einfach übergehen. Seine Basta-Ansage: „Wir können den Zaun rund um den Görlitzer Park auch alleine durchsetzen. Und das werden wir im Zweifel auch machen.“