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BVG will die M10 schneller machen – doch warum passiert nichts?

Schon länger will die BVG Berlins nervigste Tram-Linie schneller machen. Doch passiert ist bisher nichts. Woran liegt das?

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BVG: Mit den Berliner Öffis durch den Großstadt-Dschungel

Egal ob mit U-Bahn, Bus oder Tram – die Berliner Verkehrsbetriebe bringen jährlich über 700 Millionen Fahrgäste an ihr Ziel.Dafür muss man ganz schön gut vernetzt sein.

Einige Linien der BVG sind wohl jedem Berliner ein Begriff. Sei es der Bus M41 oder die U-Bahn-Linie 8 oder 1. Sie alle gelten als besonders nervig. Auch die Tram-Linie M10 reiht sich in diese Aufzählung ein.

Die M10 fährt vom S- und U-Bahnhof Warschauer Straße bis zur U-Bahn Turmstraße, oder schleicht besser gesagt. Mit teilweise 15 km/h ist die gelbe Bahn unterwegs und damit die langsamste Tram der Stadt. Schon länger ist der BVG das Problem bekannt, sie plädiert dafür die M10 schneller zu machen. Doch getan hat sich bisher nichts.

BVG fordert M10-Beschleunigung – ohne Erfolg

Schon so manchem Berliner hat die M10 die Nerven gekostet, wenn sie auf ihrem Weg von Friedrichshain nach Moabit ewig an Ampeln stand, im Stau steckte und von Station zu Station über die Schienen schlich. Mit Geschwindigkeit kann diese Tram der BVG nicht gerade punkten.

Der BVG ist das Problem bekannt. Bereits im Oktober forderte sie eine verbesserte Ampelschaltung, um die M10 pünktlicher und schneller zu machen. Zusätzlich dazu erachtet sie auch das Einrichten eigener Tram-Fahrspuren in mehreren Bereichen für sinnvoll, damit die Tram unabhängiger von der Verkehrslage bleibt. Das geht aus einer Antwort des Senats vom 15. Februar auf eine Anfrage der Verkehrspolitischen Sprecherin Oda Hassepaß (Grüne) hervor.

Grünen-Politikerin enttäuscht: „Senat verschärft Krise durch Nichthandeln“

Aber zuständig für die Umsetzung ist nicht die BVG selbst, sondern der Senat. Der plant zwar einige Maßnahmen, die sind aber lange nicht so weitreichend – wie die Forderungen der BVG. Neben Feinjustierungen an mehreren Ampelanlagen soll lediglich der Wunsch der BVG nach einer Abgrenzung der Tramspur von der Verkehrsstraße, sogenannte Gleisabmarkierungen, auf der Warschauer Brücke umgesetzt werden, wie die Antwort vom 15. Februar zeigt. Ob das tatsächlich für eine Beschleunigung der Tram sorgen kann, bleibt fraglich.

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Auch Oda Hassepaß erweist sich gegenüber dem Umfang der Pläne des Senats skeptisch. Auf Anfrage von BERLIN LIVE sagt sie: „Allen Beteuerungen des Senats zum Trotz, sich um eine Beschleunigung der Tram kümmern zu wollen, bleibt die M10 die langsamste Straßenbahnlinie Berlins. Die Antworten dokumentieren die Ambitionslosigkeit des Senats bei dem Thema voranzukommen. Unverständlich bleibt auch, warum der Senat die zahlreichen Vorschläge der BVG zur Beschleunigung weitgehend ignoriert und nur einen Bruchteil der Ideen umsetzen will. So verschärft der Senat die BVG-Krise durch sein Nichthandeln!“


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Warum der Senat den vorgeschlagenen Maßnahmen der BVG nicht folgen will, bleibt weitgehend unklar. Auf die Frage, warum die Vorschläge nicht umgesetzt würden, antwortete die Senatsverwaltung für Verkehr lediglich, dass der Senat „auf Basis bisher durchgeführter Prüfungen nur die Gleisabmarkierung auf der Warschauer Brücke als umsetzbar ansieht.“ Vielleicht hat der Vorrang der Tram gegenüber dem Auto-Verkehr eben doch keine Priorität?