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Demos in Berlin: Bei Großkundgebung – Wagenknecht übt scharfe Kritik an Israel

Wieder ein Tag voller Demos in Berlin. Bei der vermeintlichen Friedenskundgebung am Brandenburger Tor sprach unter anderem Sahra Wagenknecht.

© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Die neue Wagenknecht-Partei: Das steckt dahinter

Die Spaltung der Linkspartei ist vollzogen: Die Abgeordnete Sahra Wagenknecht erklärte am Montag mit neun weiteren Bundestagsabgeordneten ihren Parteiaustritt und kündigte die Gründung einer neuen Partei an. Was genau dahinter steckt, erläutert AFPTV.

Kein Wochenende ohne Demos in Berlin. So auch nicht an diesem Samstag, dem 25. November. Ganz im Gegenteil! An diesem Tag fanden gleichzeitig gleich zwei Großprotestaktionen in Berlin-Mitte statt.

Die Letzte Generation hat, gemeinsam mit Scientist Rebellion und der Eltern gegen die Fossilindustrie zu einer Massenbesetzung der Straße des 17. Juni aufgerufen. Um 12Uhr startete hier das offizielle Programm der Klimaaktivisten. Gleichzeitig hat sich nur wenige hundert Meter weiter eine politische Großdemonstration am Brandenburger Tor angekündigt.

Demos in Berlin: Friedensdemo mit tausenden Teilnehmern

Das Motto der Demonstration, zu der die ehemalige Vorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht gerufen hat, lautete: „Nein zu Kriegen – Rüstungswahnsinn stoppen – Zukunft friedlich und gerecht gestalten“. Die Gründerin der neuen linken Partei „Bündnis Sahra Wagenknecht“ war selbst vor Ort und hielt eine Rede. Es wurden 10.000 Teilnehmer bei der Berliner Polizei angekündigt.

Um 13 Uhr starte eine Kundgebung am Brandenburger Tor, danach wollten die Demonstranten durch das Regierungsviertel ziehen und mit einer weiteren Kundgebung auch wieder am Brandenburger Tor enden. Ziel war es, den Waffentransport Deutschlands in die Ukraine zu beenden und in einen Dialog mit Russland zu treten. Gleichzeitig forderten sie Solidarität mit der Ukraine.

Route und der Ablauf der Friedensdemo:

  • 13 Uhr: Auftaktkundgebung am Platz des 18. März
  • Gegen 14 Uhr soll der Demonstrationszug im Zentrum der Stadt starten.
  • Die Stationen: Ebertstr., Behrenstr., Friedrichstr., Unter den Linden, Wilhelmstr., Dorotheenstr., Scheidemannstr., Yitzak-Rabin-Str., Straße des 17. Juni
  • Für 15:30 Uhr ist eine Abschlusskundgebung am Platz des 18. März, hinter dem Brandenburger Tor geplant

Demos in Berlin: Prominente Redner angekündigt

Neben Sahra Wagenknecht waren weitere Linke- und frühere SPD-Politiker als Redner angekündigt. Der Aufruf zur Demonstration wurde unter anderem unterstützt vom Linke-Politiker Gregor Gysi und dem früheren SPD- und Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine. Auch der Krieg in Israel und Gaza würde hier zur Sprache kommen. Denn ebenfalls auf der Liste der Redner waren Iris Hefets (Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost) gemeinsam mit Nadija Samour, einer deutsch-palästinensischen Juristin.

Gegen 16 Uhr schätzte eine Polizeisprecherin die Teilnehmerzahl auf rund 7.000 Teilnehmer. Viele Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie „Nie wieder Krieg“ oder dem Bild einer Friedenstaube in die Luft. Mehrere Plakate nahmen Bezug auf den Krieg in Israel und Gaza.

Sahra Wagenknecht übt scharfe Kritik an Israel

Als Sahra Wagenknecht schließlich zur Rede ansetzt, wendet sie sich an Israel mit mahnenden Worten: „Wir alle waren am 7. Oktober entsetzt und schockiert über die furchtbaren Massaker der islamistischen Hamas, über die Morde an unschuldigen Zivilisten, an Frauen und an Kindern“, sagte Sahra Wagenknecht. Aber „wir sollten genauso schockiert sein und genauso entsetzt sein über die rücksichtslosen Bombardements im Gazastreifen“, so Wagenknecht.


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Aber diese Verantwortung verpflichte uns nicht, „die rücksichtslose Kriegsführung der Regierung Netanjahu als Selbstverteidigung schönzureden und zu unterstützen.“ Diese Eskalation des Krieges schütze nicht jüdisches Leben, sie gefährde es. „Es ist doch absurd, zu glauben, dass Bomben den islamistischen Terror schwächen. Sie stärken ihn.“

Unter den Teilnehmern der Demo befanden sich wohl auch viele Sympathisanten der links ausgerichteten „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD) und der „Deutschen Kommunisten Partei“ (DKP). In der Menschenmenge konnte man vereinzelt auch Protestierende in Gewerkschaftswesten sehen.