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Miete in Berlin: Immer mehr Zwangsräumungen in der Hauptstadt

Die Mieten in Berlin sind für viele Menschen zu hoch. Das schlägt sich auch in einer neuen Statistik des Bundesjustizministeriums nieder.

© IMAGO/Bihlmayerfotografie

Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Die Miete in Berlin ist schon lange kein Zuckerschlecken mehr. Einst galt die Hauptstadt als Ort mit preisgünstigen Wohnungen, doch diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an. Mittlerweile ist bezahlbarer Wohnraum rar gesät, der Kampf auf dem Immobilienmarkt wird härter und härter.

Bei solchen Tendenzen war es abzusehen: Es gibt immer mehr Zwangsräumungen, die Werte steigen auch in Berlin erheblich.

Miete in Berlin: So viele Zwangsräumungen gab es 2022

Es ist eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Linke), die Licht ins Dunkle bei der Anzahl der Zwangsräumungen bringt. Das Justizministerium gab als Antwort nämlich an, dass im vergangenen Jahr 1.931 Räumungen in der Hauptstadt stattfanden. 2021 lag die Zahl mit 1.668 Fällen noch deutlicher darunter. Grund hierfür sind nicht zuletzt die üppigen Mieten in Berlin, die zu hohen Schulden führen. Wohnungsverluste sind dann oftmals die Folge.


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Der bundesweite Blick macht deutlich, dass Zwangsräumungen kein Berliner Exklusivproblem darstellen. Insgesamt kam es 2022 zu 27.319 Fällen in ganz Deutschland. Besonders betroffen war Nordrhein-Westfalen mit 8.690 Räumungen, doch gemessen an den Einwohnern traf es daneben auch die Bundesländer Brandenburg, Bremen, Sachsen und Hamburg am meisten.

Das wird nun gefordert

Dass es mit dieser Entwicklung so nicht weitergehen kann, ist für die Linken-Politikerin klar. Aus diesem Grund fordert Lay, dass Kündigungen bei Mietrückstand nicht vollzogen werden sollten. „Wenn die Bundesregierung nicht handelt, werden noch mehr Menschen ihre Wohnungen und ihr Zuhause verlieren, denn die Mieten werden extrem angehoben“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur die 50-Jährige.

Dabei gibt es noch ein interessantes Detail in der Angelegenheit. Zu den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein machte die Bundesregierung keine Angaben, somit wird der tatsächliche Bundeswert nochmal erheblich höher liegen als bei den 27.319 Fällen, die derzeit als Zahl kursieren.


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Ley geht davon aus, dass die vollständige Zahl bei rund 30.000 Zwangsräumungen für das vergangenen Jahr zu verorten ist. Damit wäre dann auch eine bundesweite Steigerung im Vergleich zum Jahr 2021 erreicht. Eine echte Hausnummer.