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Berlin: Angst vor Terror-Netzwerk in Kreuzberg? „Kann eine Einzelperson nicht hinkriegen“

Nach der Festnahme von Daniela Klette bleiben viele offene Fragen. Gibt es etwa eine terroristische Vereinigung mitten in Berlin?

Berlin

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Zwischen 1970 und 1998 versetzte die Rote Armee-Fraktion (RAF) die Bundesrepublik in Angst und Schrecken. Die linksextreme terroristische Vereinigung verübte in der Zeit 33 Morde, Entführungen, Geiselnahmen und Sprengstoffattentate. Im Fokus standen dabei vor allem führende Personen aus Bereichen wie Politik und Wirtschaft.

Zwar konnte die Polizei einige Täter dingfest machen, doch drei Terroristen konnten nie aufgespürt werden. Bis jetzt. Am Montag (26. Februar) gelang den Behörden der Zugriff und die Festnahme der heute 65-Jährigen Daniela Klette.

Wie konnte die Terroristin mitten in der Hauptstadt leben? Ein Experte ist sich sicher: Ohne Unterstützung ist das nicht möglich. Gibt es etwa eine Terror-Zelle in Berlin?

Daniela Klette lebte vor den Augen der Behörden in Berlin

Für Stefan Aust ist die Antwort klar: Ja, die muss es geben. Er ist Journalist und Autor des Werks „Der Baader-Meinhof-Komplex“ und kennt Gründungsmitglieder wie Ulrike Meinhoff und Horst Maler noch aus einer Studentenbewegung, lange Zeit bevor sie sich in den Untergrund begaben. Seither verfolgte er die Entwicklung der RAF.

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Bei „RTL Aktuell“ erklärt er am Dienstag (27. Februar), dass Journalisten und Behörden in den vergangenen Jahren immer davon ausgegangen sind, dass sich die noch flüchtigen Täter ins Ausland abgesetzt und sich nur für neue Pläne zurück in die BRD gewagt haben. Zum Beispiel für den Überfall auf den Supermarkt in Stade 2012.

Unterstützer-Netzwerk für Terroristen?

Doch nachdem jetzt bekannt ist, dass sich Daniela Klette mitten in Berlin aufhielt, Nachhilfeunterricht für Kinder gab, ein ruhiges aber gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn pflegte und jahrelang vor den Augen der Behörden lebte, ist für ihn deutlich: Es muss ein Netzwerk für die Täter geben.

Im „Heute Journal“ erklärt er: „Ich glaube nicht, dass eine Person mit einem falschen Pass ohne irgendeine Hilfe 30 Jahre lang in einer oder verschiedenen Wohnungen in Deutschland lebt und ihre Miete bezahlen kann.“


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Gegenüber RTL führt er aus: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das eine Einzelperson wirklich hinkriegt.“ Aust vermutet, dass es einen Kreis, von Menschen gibt, der „sich um Aussteiger – oder eben nicht um Aussteiger – kümmert.“

Die Behörden haben diesbezüglich bisher keine Angaben gemacht. Doch durch die Festnahme von Daniela Klette könnten in den kommenden Tagen neue Erkenntnisse ans Licht gebracht werden.