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Berliner Sprayer schwelgt in Erinnerung – “Es war magisch”

In Berlin ist die Szene der Graffiti-Sprayer nicht gerade klein. Doch wie kommt man überhaupt zur Leidenschaft mit der Sprühdose?

© IMAGO/CHROMORANGE

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Berlin ist in Sachen Graffiti ganz vorne mit dabei: Egal ob an Hausfassaden, auf Bahn-Waggons oder in Unterführungen – nahezu überall in der Hauptstadt tauchen die Kunstwerke aus der Spraydose auf.

Wer nicht auf den dafür vorgesehenen Flächen sprüht, begeht eine Straftat. Doch wie kommt man überhaupt zur Graffiti-Liebe? BERLIN LIVE hat sich mit einem langjährigen Mitglied aus der Szene unterhalten.  

Berliner Sprayer erinnert sich an Kindheit zurück

Er war einer der ersten im Berliner Graffiti-Game – und hat auch über die Jahre die Leidenschaft zur Spraydose nicht verloren. Seinen Namen halten wir zu seinem eigenen Schutz geheim, seine Vergangenheit und vor allem die Anfänge als Sprayer sollten aber trotzdem nicht versteckt bleiben.

„Ich bin damit aufgewachsen“, verriet der Sprayer gegenüber unserer Redaktion. Bereits als Kind habe er viel und gerne gemalt. 1991 entdeckte der gebürtige Berliner die ersten Graffitis in seiner Nachbarschaft. Gemeinsam mit Kumpels pauste der damals 11-Jährige die Tags der Hauswände mit Bleistift ab, überlegte sich kurz darauf eigene Namen: „Ich wusste gar nichts darüber. Aber es war magisch!“

Sprayer: „Stifte waren unsere Waffen“

Mit dem Fahrrad wurde der komplette Kiez abgegrast – immer auf der Suche nach neuen Graffitis: „Die Stifte hatten wir immer dabei. Das waren unsere Waffen.“ Als man älter wurde, war man nicht mehr nur am Tag unterwegs: „Nachts war eine andere Welt.“ Es ist die Zeit, in der die meisten Graffitis entstehen – nämlich im Schutz der Dunkelheit.


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Innerhalb weniger Jahre wurden die Graffiti-Kunstwerke immer mehr. Auch an der Technik wurde gefeilt. „Das ist wie Laufen lernen“, erinnerte sich der Sprayer an die absoluten Anfänge zurück.

Diese Regel darf in der Szene keiner brechen

Doch eine Goldene Regel war stets klar, wie der Profi verriet: „Man wusste schon von Anfang an, man darf nicht biten. Wenn man ein Biter war, dann war man ein Toy!“ Übersetzt aus dem Graffiti-Jargon bedeutet das soviel wie: Wer andere nachahmt, hat selbst nichts drauf und erntet dadurch in der Szene nur wenig Ansehen. Und auch wenn sich die Styles der Sprühdosen-Kunstwerke über die Jahre verändert haben – die Regel steht in der Szene nach wie vor an oberster Stelle.