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Berlin: Heftige Vorwürfe gegen Vivantes – Gefährdung von Patienten und Betrug

Der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes muss sich gegen neue Vorwürfe verteidigen. Dabei soll es um Patientengefährdung und Betrug gehen.

Die Skandale um Berlins landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes brechen einfach nicht ab. Nachdem es bereits im Oktober dieses Jahres Ungereimtheiten bei der Vergabe von Bauaufträgen gegeben hatte, gibt es jetzt weitere „Compliance-Fälle“ der höchsten Risikostufe 5. Compliance-Verstöße liegen dann vor, wenn die geltenden bestehenden Vorgaben nicht eingehalten werden.

Unter anderem wird Vivantes jetzt vorgeworfen, Dienstpläne manipuliert und Behandlungen an Patienten ohne nötige Indikation vorgenommen zu haben. Außerdem soll es nach einem Bericht der Berliner Morgenpost Klagen von Mitarbeitern gegen Führungskräfte geben.

Berlin: Das wird Vivantes vorgeworfen

Vivantes, der kommunale Krankenhausbetreiber in Berlin, sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Wie bei dem Bauskandal, bei dem es Verstöße bei der Vergabe von Bauaufträgen gegeben haben soll, beauftragt der Aufsichtsrat die externe Kanzlei Luther. Diese soll jetzt überprüfen, ob die Geschäftsführung Versäumnisse beim Aufbau eines Compliance-Systems gemacht hat. Die Vorwürfe sind ernst.


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Pflegekräfte oder Mitarbeiter, die nicht in der Patientenversorgung tätig sind, sollen angeblich von Führungskräften nachträglich in die Dienstpläne eingetragen worden sein. Das Krankenhaus könnte so bei zu geringer Personalausstattung anfallenden Strafzahlungen vermeiden.

Gab es Operationen ohne medizinische Indikation?

Zudem könnte man so verhindern, Stationen wegen Personalmangels schließen zu müssen. Eine Kürzung des Pflegebudgets wäre bei zu geringem Personaleinsatz obendrauf zu erwarten.

Das Krankenhaus muss sich also nicht nur wegen einer möglichen Patientengefährdung rechtfertigen, sondern auch wegen des vermeintlichen Betrugs zulasten der Krankenkassen.
Diese Vorwürfe seien durch einen Whistleblower dokumentiert und publik gemacht worden. Die ehemalige Mitarbeiterin soll inzwischen den Konzern verlassen haben.


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Die deutlich schlimmere Anschuldigung ist bedauerlicherweise weniger gut dokumentiert. In den Vivantes Krankenhäusern soll es Eingriffe ohne vorliegende medizinische Indikation gegeben haben.

Zum Beispiel sollen am Auguste-Viktoria-Krankenhaus Herzkatheter-Operationen ohne medizinischen Anlass vorgenommen worden sein. „Auch dieser Vorgang wurde unmittelbar nach Bekanntwerden dem Compliance-Beauftragten gemeldet und er wird selbstverständlich geprüft“, sagte ein Vivantes-Sprecher gegenüber der Berliner Morgenpost.